Willkommen in der Galerie Alte Feuerwache

Wir begrüßen Sie auf den Webseiten der Galerie Alte Feuerwache in Göttingen.


Solidarität und Widerstand

 

  
Deutsch-griechische Beziehungen während der griechischen Militärdiktatur 1967-1974 Vor 50 Jahren übernahm in Griechenland eine Obristenjunta durch einen Militärputsch die Macht. Das Regime hielt sich trotz griechischen und europaweiten Widerstands sieben Jahre lang. Neben den Niederlanden und Skandinavien bildete die Bundesrepublik Deutschland ein wichtiges Zentrum der Oppositionsbewegungen gegen die Obristendiktatur. Dabei spielten Parteien, Gewerkschaften und politische Stiftungen eine zentrale Rolle. Nicht zuletzt die SPD und an ihrer Seite die Friedrich-Ebert-Stiftung praktizierten Solidarität mit dem Widerstand in Griechenland. Aber auch Exilgriechen und -griechinnen erhoben ihre Stimme, obwohl der lange Arm der Junta und deren Einschüchterungsversuche bis ins Ausland reichten. Namhafte Medien, besonders herauszuheben sind die Deutsche Welle und der Bayerische Rundfunk, verliehen dem Widerstand eindrucksvoll Bild, Text und Stimme. Die Ausstellung wurde in deutsch-griechischer Kooperation erarbeitet und vom Auswärtigen Amt großzügig gefördert. Über die politisch historische Würdigung hinaus führt sie die überragende Bedeutung des gemeinsamen Bekenntnisses zu Demokratie und Solidarität in Europa auch im aktuellen politischen Kontext deutlich vor Augen. 

Programmablauf 
 Ausstellungseröffnung am 5. Januar 2019 von 17.00 bis 19.00 Uhr Begrüßung und Einführung: Klaus Wettig - Ehrenmitglied des Europäischen Parlaments Urban Überschär - Leiter des Landesbüros Niedersachsen der Friedrich-Ebert-Stiftung Grußwort: Rolf-Georg Köhler - Oberbürgermeister der Stadt Göttingen Vortrag: Dr. Sigrid Skarpelis-Sperk - MdB i.R., Präsidentin der Vereinigung der Deutsch-Griechischen Gesellschaften 

 Ausstellungsbesichtigung
 Die Ausstellung kann bis zum 25.01.2019 besichtigt werden. Montag-Freitag 10-12 Uhr sowie 15-18 Uhr. Sonntags 11-13 Uhr. Samstags nach Vereinbarung. Organisation und Anmeldung: Philipp Kreisz - Friedrich-Ebert-Stiftung Landesbüro Niedersachsen - Theaterstraße 3, 30159 Hannover Tel. 0511-3577 08-31 Fax 0511-3577 08-40 E-Mail: niedersachsen@fes.de Um Anmeldung per E-Mail wird gebeten.

Kindheit in Palästina - Leben unter Besatzung




Seit über 50 Jahren ist Palästina von Israel besetzt. Was bedeutet das für die Menschen in Palästina, vor allem für die Kinder?
Sie erleben, wie an vielen Orten bewaffnete israelische Soldaten die Straßen beherrschen, wie Armee-Bulldozer Häuser zerstören, wie Siedler palästinensische Bauern bei der Feldarbeit angreifen und nachts Olivenhaine zerstören und wie Palästinenserinnen und Palästinenser an den Checkpoints gedemütigt werden.
Kinder, die sich mit Steinen gegen die Unterdrückung wehren, werden häufig in nächtlichen Razzien von israelischen Soldaten festgenommen und mit verbundenen Augen und gefesselt abgeführt - die Eltern wissen nicht wohin. Für manche ist es der Beginn einer monatelangen Haftzeit. Im Februar 2016 waren laut der usraelischen Zeitung Haaretz 430 palästinensische Kinder und Jugendliche in israelischer Haft.


 (Ekkehart Drost beim Besuch der Primary Boys School in Qalqilya: Ekkehart Drost wird von Schülern umlagert. Quelle: EF)

Der Referent, Ekkehart Drost, pensionierter Lehrer und Verfasser mehrerer Palästina-Bücher, war in den vergangenen Jahren mehrmals in den besetzten palästinensischen Gebieten, darunter zweimal für jeweils drei Monate als Menschenrechtsbeobachter im Auftrag des Weltkirchenrats. Er berichtet von seinen vielfältigen Begegnungen, Erfahrungen und Einblicken während seiner Aufenthalte in Palästina, vor allem von Kindern und Jugendlichen, die von Besatzung und Unterdrückung in besonderem Maß betroffen sind.

Im März 2016 begleitete er junge palästinensische Schauspieler des Freedom Theatre Jenin auf einer zweiwöchigen Theater-Tour durch das Westjordanland. Davon handelt sein letztes Buch "Freedom Bus 2016. Kunst und Kultur gegen Intoleranz und Gewalt".
Durch seine Reisen lernte er die Arbeit von binationalen Friedensgruppen, unter anderem die Combatants for Peace, kennen und schätzen. Im zweiten Teil seines Vortrages wird er unter der Überschrift "Frieden ist möglich" die Arbeit dieser Gruppe vorstellen.

Der Vortrag beginnt am 15. Januar 2019 um 19.00 Uhr

Zur Einstimmung singt Danilo Oberdan Napoleoni zum Gitarrenspiel.







IMPLICATION



IMPLICATION lautet der Titel der neuesten Ausstellung des russischen Künstlers Evgeny Krylov, die am

Samstag, 02. Februar 2019 um 16.30 Uhr 
in unserer Galerie Alte Feuerwache eröffnet wird,

an einem Ort, den Evgeny Krylov nicht ohne Heimatgefühle als seinen "kreativen Tempel" betrachtet.
Er verfolgt (s)eine figurative Kunst, den fantastischen Realismus, der seit 1999 eine Renaissance erfährt.
Die in dieser Ausstellung gezeigten Bilder sind für Evgenyr Krylov jedoch in dieser Art völlig neu.
Erstmals werden auch zwei Skulpturen gezeigt, die der Künstler auf der Grundlage eigener Gemälde 
aus Bronze angefertigt hat.

Implication, aus dem lateinischen Wort 'implicatio', bezeichnet in der mathematischen Logik eine besondere Verknüpfung ( mindestens ) zweier Aussagen. Genauer: eine wenn-dann-Verknüpfung. Streng formal werden damit Hypothesen formuliert und Theoreme sowie wissenschaftliche Gesetze konstruiert. 

 In dieser Ausstellung werden allerdings nicht nur zwei Aussagen formal miteinander verknüpft. Es werden darüber hinaus Erfahrungen und künstlerische Methoden bis hin zu experimentellen Techniken miteinander verbunden, ganze Kunstrichtungen kombiniert, Forschungsgeist zitiert. Im Ergebnis werden all diese Elemente zu einer zur Vollständigkeit entwickelten Erzählung zusammengeführt.

Im Einzelnen: Die Synthese der Künste - eine weiterentwickelte Grafik, Malerei und Collage, bei denen Schriften und Inschriften aktiv eingesetzt werden - bieten dem Betrachter Dialoge an und ergeben expressive und philosophisch reflektierte Kompositionen. Der Künstler hat dieses Projekt für Göttingen so ausgestaltet, dass die meisten Inschriften in deutscher Sprache wiedergegeben sind. Einigen Werken der Ausstellung liegen Zitate berühmter Wissenschaftler und Persönlichkeiten zugrunde, die vordergründig ausschmückende und visuelle Elemente sind, die Überlagerungen, aber auch Assoziationen und damit Reibung auslösen.

Der brillante Techniker Krylov ist es gewohnt zu überraschen. Der "manisch-wahnsinnige Zeichengigant" ist übervoll mit Geschichten und Themen. Gewöhnliche Ereignisse, beiläufige Stadtbeobachtungen, Kindheitserlebnisse und Ängste verdichtet er mit Pinsel, Tinte und Marker zu mächtigen figurativen Lösungen; und zwar auf allen Materialien, die ihm in die Hände fallen, z. B. Kartons für Baumaterialien, fleckige historische Dokumente, Archivblätter aus dem letzten Jahrhundert.

Herzlich willkommen! Machen Sie Bekanntschaft mit Krylovs originellen Arrangements, die Sie zu einem assoziativen Dialog im Sinn der Implication herausfordern. Werden Sie Teil der Implication, vielleicht als "wenn", vielleicht als "dann".